Alkoholkonsum: Treffpunkte in der Innenstadt sorgen für Unmut
Von Rüdiger Eggert am 19. Mai 2010 18:11 Uhr
DORSTEN Zeichen setzen will die Stadt Dorsten mit zwei Verbotsschildern. Dort heißt es: „Belästigender Alkoholverzehr“ ist verboten. Seit Dienstag stehen die beiden Schilder gut sichtbar am Busbahnhof (ZOB). Aber werden die Betroffenen in ihrem benebelten Dasein auch verstehen, was auf den Schildern steht?
Wer kontrolliert das überhaupt? Und welche Konsequenzen drohen denjenigen, die sich ungebührlich verhalten? Fragen über Fragen, mit denen sich die Stadt ausein-ander zu setzen hat. „Polizei und Ordnungsamt werden kontrollieren“, versicherte Lisa Bauckhorn, Pressesprecherin der Stadt Dorsten, am Mittwoch.
Sie wies darauf hin, dass das Ordnungsamt in unregelmäßigen Abständen am Busbahnhof auftauchen wird – „immer mehrere Mitarbeiter gemeinsam“, so die Pressesprecherin. Genauso sieht Bauckhorn aber auch die Polizei in der Pflicht; die Wache liegt ja einen Steinwurf vom Busbahnhof entfernt. „Die Polizei bewirkt sicher mehr durch ihr Auftreten in Uniform“, meint sie.
Wichtige Rolle
In der Dorstener Innenstadt gibt es verschiedene Stellen, an denen sich Gruppen treffen. Und der Alkoholkonsum spielt eine wichtige Rolle. Busbahnhof und Platz der Deutschen Einheit haben sich als Treffpunkt herauskristallisiert. Diese beiden Bereiche sind besonders für junge Leute Anlaufpunkte. Sie sind ja auch „logistisch“ günstig gelegen – Getränkemarkt und Supermarkt sind fußläufig zu erreichen.
„Es ist tatsächlich zu beobachten, dass dies ein Ort ist, an dem sich junge Menschen gerne treffen, aber auch ihre Konflikte austragen“, heißt es beim Dorstener Amtsgericht. Körperverletzungen im Bereich des Bahnhofes sind immer wieder Gegenstand von Verhandlungen vor dem Jugendschöffengericht.
Immer wieder Beschwerden
Sind es am Busbahnhof vorwiegend jüngere Leute, so sorgen am Westwall Personen mittleren Alters immer wieder für Beschwerden. Lautstarke Auseinandersetzungen und Alkoholkonsum ärgern die Anwohner. Vor Jahren wurden hier Schilder aufgestellt, auf denen es heißt: „Um die Würde dieses Ortes zu wahren, ist jeder verpflichtet, sich entsprechend zu verhalten.“ Doch Wirkung zeigt das offenbar nicht.
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