Bestattungen im Wald: Ruheforst auf dem Holsterhausener Friedhof
Von Michael Klein am 19. Mai 2010 18:21 Uhr
DORSTEN 25.000 bis 30.000 Euro soll die Erarbeitung eines Konzepts für die Neugestaltung des Waldfriedhofs in Holsterhausen kosten. Eine Ausgabe, die Thomas Schöller (Grüne) in der Sitzung des Bauausschusses am Dienstag kritisch hinterfragte.
Für die Neugestaltung des Waldfriedhofs soll ein Konzept erarbeitet werden.
Foto: Michael Klein
„Wäre es nicht günstiger, wenn die Planungen verwaltungsintern erarbeitet würden?“ Vom fachlichen Know-how wäre dies sicherlich machbar, antwortete Beigeordneter Holger Lohse. „Aber wir schaffen das aus personellen Gründen nicht.“
Zudem ist die Verwaltung der Meinung, dass sich der finanzielle Aufwand durchaus lohnen würde. Denn das Konzept, das einen Ruheforstbereich vorsieht, soll Evonik erstellen. „Das Unternehmen ist auf Grund seiner Erfahrungen gerade im wirtschaftlichen Bereich gut aufgestellt.“
Manch ein Politiker zeigte sich irritiert darüber, dass Evonik sich auf diesem Felde tummelt. Holger Lohse erklärte aber, dass das Unternehmen bereits bei eigenen Forst-Liegenschaften Konzepte für Waldbestattungen erarbeitet habe. Zudem hatte Evonik eigentlich vor, südlich von Dorsten einen Ruheforst einzurichten. „Es liegt auch im Interesse der Stadt, dass wir das jetzt gemeinsam auf dem Waldfriedhof umsetzen können.“
Investitionen verschieben
Die Finanzierung des Konzeptes soll über Einsparungen bei der Erweiterung des Friedhofs Hardt möglich werden – hier könnten Investitionen ins nächste Jahr verschoben werden.
Derzeit wirkt der Holsterhausener Friedhof teils „unattraktiv“, so die Verwaltung. Die Pläne für die Neugestaltung sollen auch neue Bestattungsformen berücksichtigen, über die sich eine interfraktionelle Arbeitsgruppe Gedanken gemacht hat – wie etwa Gemeinschaftsgräber oder Kolumbarienanlagen.
Bestattung in Tüchern
Muslimische Bestattungen (bei denen die Toten nicht in Särgen, sondern in Tüchern begraben werden) würden in Dorsten kaum nachgefragt, so Ausschussvorsitzender Hans Fromm.
Die Stadtverwaltung ist übrigens der Auffassung, dass Ausnahmeregelungen für besondere, große Grabmale geschaffen werden sollten – was allerdings nur nach Einzelfallprüfung und grundsätzlich unter Zustimmung der politischen Fachausschüsse erfolgen soll.
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