Interview: Lippetor-Investor Herbert Krämer: „Auf Expansion eingestellt“
am 18. Mai 2010 17:39 Uhr
DORSTEN In Abriss und Neubau des Lippetor-Centers will Herbert Krämer von der „hkm Management AG“ 60 Millionen Euro stecken. „Nicht refinanzierbar“, sagt die Konkurrenz. Berthold Fehmer sprach mit dem Investor.
Herbert Krämer ist große Zahlen gewohnt: In Bergisch-Gladbach verbaute er bei der RheinBerg Galerie 70 Millionen Euro.
Foto: Berthold Fehmer
Herr Krämer, ihr Konkurrent hat bezweifelt, dass ihr Projekt refinanzierbar ist. Was sagen Sie dazu?
Krämer: Da sage ich lieber gar nichts zu. Die Planungen von ihm waren so unrealistisch, dass ich bezweifele, dass er über das Wissen verfügt, ein Handelsobjekt dieser Größe beurteilen zu können. Wir haben solche Objekte bereits realisiert, er hat sie noch nicht realisiert.
Interessant ist Ihr beruflicher Werdegang. Könnten Sie den einmal für unsere Leser schildern?
Krämer: Ich war 20 Jahre im Haus OBI – als Vorstand verantwortlich für Märkte und Expansion. Zwei Jahre war ich anschließend Chef von Praktiker. Irgendwann habe ich dann gedacht: Ich muss mal was Eigenständiges machen und habe hkm gegründet. Wir haben im Laufe der Jahre richtig Spaß am Thema innerstädtische Zentren bekommen und werden darauf in Zukunft auch unseren Firmenschwerpunkt legen.
Müssen Sie, wie von der Konkurrenz behauptet, den Mietern in Dorsten demnächst 50 Euro pro Quadratmeter im Monat abnehmen?
Krämer: In dieser Einschätzung sind viele Details doch noch gar nicht enthalten. Bisher wurde nur über die 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche gesprochen. Und noch nicht über Mietflächen und Parkplätze.
Was macht Sie so sicher, dass Sie an diesem Standort Erfolg haben werden?
Krämer: Dorsten ist aus meiner Sicht eine Stadt, die ein gutes Angebot hat. Das aber auch ergänzungsbedürftig ist. Mit den Ergänzungen, die wir uns vorgenommen haben, wird der Standort attraktiver gemacht.
Wird Ihr geplantes Einkaufszentrum Leerstände in der Innenstadt produzieren?
Krämer: In Bergisch Gladbach haben wir über 40 Mieter im Haus. Zwei oder drei davon stammen aus der Innenstadt. Die hatten an den bisherigen Standorten keine Entwicklungsmöglichkeiten mehr. Wir haben andere Interessenten aus der Innenstadt nicht bei uns aufgenommen.
Wenn Sie neue Mieter nach Dorsten locken – müssen die Einzelhändler in der Innenstadt die Konkurrenz fürchten?
Krämer: Ein Beispiel: Wo kauft man Schuhe? Doch in der Regel da, wo mehrere Geschäfte vorhanden sind. Unser Ziel muss sein, gemeinsam mit der Innenstadt ein Angebot bereitzuhalten, mit dem man die Kunden in Dorsten hält.
In Böblingen haben Sie im vergangenen Jahr das Grundstück für ein weiteres Einkaufszentrum erworben. Ein Investment von wesentlich mehr als 50 Millionen Euro. Haben Sie eigentlich keine Angst, sich irgendwann zu überheben?
Krämer: Nein. Wir rechnen jedes Projekt so, dass es in sich wirtschaftlich ist. Konzeptionell sind wir durchaus in der Lage, mehrere Projekte zu stemmen. Unsere Firma hat 36 Mitarbeiter, und wir sind darauf eingestellt, weiter zu expandieren.
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