"Das größte Windei": Konkurrent Wolfgang Schulte kritisiert Lippetor-Pläne
Von Berthold Fehmer am 18. Mai 2010 17:45 Uhr
DORSTEN „Ich denke, das ist das größte Windei, von dem ich jemals gehört habe.“ Mit deutlichen Worten kritisiert Konkurrent Wolfgang Schulte die neuesten Pläne für das Lippetor-Center von Herbert Krämer.
So hätte das Lippetor womöglich aussehen können, wenn Wolfgang Schulte in Dorsten zum Zuge gekommen wäre - mit Durchgang zum Kanal.
Foto: Archiv
Krämer hatte am Montag sein Konzept für das Lippetor-Center vorgestellt. Mit der Sachsen Bank hat er bereits eine Einigung erzielt, wird im Juli das marode Einkaufszentrum übernehmen.
Schulte hingegen hatte für die Immobilien-Projektentwicklungs-Gesellschaft mbH „Schulte & Sohn“ selbst vor Jahren einen Projekt-Entwurf eingereicht und sogar schon Grundstücke westlich des Lippetor-Centers erworben.
Was er nun damit anfangen soll, weiß er selbst noch nicht. „Abwarten“, sei jetzt die Devise, sagt Schulte.
"Quatsch"
In seinem Konzept war Schulte von 12 500 Quadratmetern Verkaufsfläche ausgegangen, wollte dafür 30 Millionen Euro investieren. Krämers Konzept sieht hingegen 10 000 Quadratmeter und 60 Millionen Euro vor. Auf Anfrage der Dorstener Zeitung sagte Schulte zu den Plänen Krämers, ihm sei unverständlich, „dass Fachleute sich auf so einen Quatsch einlassen“.
Das 60-Millionen-Euro-Projekt, so wie er es den Zeitungsberichten entnommen habe, sei überhaupt nicht refinanzierbar. „Nicht mal zur Hälfte.“ Bei 10 000 Quadratmetern Verkaufsfläche und einem 60-Mio.-Investment müsse Krämer seinen Mietern monatlich 50 Euro Miete pro Quadratmeter abnehmen. „Wer soll die bezahlen?“, fragt Schulte.
Krämer, mit den Vorwürfen Schultes konfrontiert, sprach gestern seinem Konkurrenten die Fähigkeit ab, „ein Handelsobjekt in dieser Größe beurteilen zu können“.
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